Foto: © Mathias Bothor

Anne Ratte-Polles darstellende Kunst zeichnet sich durch eine gleichermaßen große Wandlungsfähigkeit und Mut aus. Neben zahllosen Theaterengagements ist die aus dem niedersächsischen Cloppenburg stammende Schauspielerin auch in der deutschen Kino- und Fernsehlandschaft bestens etabliert und begeistert mit ihrer markanten Stimme regelmäßig in Hörspielen und Hörbüchern.

Nach einem ersten Engagement 1999 als festes Ensemblemitglied am Staatstheater in Cottbus war Ratte-Polle in den Folgejahren auf den Bühnen des Düsseldorfer Schauspielhauses, des Schauspielhauses Zürich und den berühmten Berliner Bühnen Deutsches Theater, Maxim Gorki Theater und Hebbel am Ufer zu sehen. Darüber hinaus gehörte sie im Schauspiel Hannover und an der Volksbühne Berlin mehrere Jahre zum festen Ensemble und spielte beispielsweise an der Volksbühne in Inszenierungen von Frank Castorf, René Pollesch, Dimeter Gotscheff und Herbert Fritsch.

2016 feierte sie am Opernhaus Zürich in „Die Hamletmaschine“ unter der Regie von Sebastian Baumgarten, mit dem sie zuvor bereits am Schauspielhaus Zürich zusammengearbeitet hatte, große Erfolge. „Die deutsche Bühne“ beschrieb ihre Darstellung des Hamlet2 als „ein theatralisches Ereignis“. Und ebenfalls ins Zürich, am Schauspielhaus, stand sie 2017 erstmals als schrillstes Rotkäppchen, das die Welt bisher gesehen hat, in ihrer dritten Herbert Fritsch-Inszenierung – nach dem preisgekrönten  „Murmel, Murmel“ (2012 Volksbühne Berlin) und „Wer hat Angst vor Hugo Wolf“ (2015, Schauspielhaus Zürich) – in „Grimmige Märchen“ auf der Bühne und wurde erneut für ihre Darbietung von Publikum wie Presse gleichermaßen gefeiert.

Trotz der vielfältigen Theater-Engagements gelingt es Anne Ratte-Polle auch vor der Kamera immer wieder ihr darstellerisches Können unter Beweis zu stellen: Einem größeren Kinopublikum ist sie aus Andreas Dresens WILLENBROCK (2005) oder Romuald Karmakars DIE NACHT SINGT IHRE LIEDER (2004) bekannt. Im Fernsehen tritt sie u.a. regelmäßig in großen renommierten TV-Krimiserien wie „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ in Erscheinung und arbeitete mit Regisseuren wie Friedemann Fromm, Hermine Huntgeburth, Torsten C. Fischer, Miguel Alexandre und Stephan Wagner zusammen. Besonders reizvoll empfand Anne Ratte-Polle stets die Arbeit mit jungen Regisseuren. So stand sie für Nicolas Wackerbarth in dessen Abschlussfilm HALBSCHATTEN vor der Kamera (Premiere auf der Berlinale 2013) wie auch für David Dietl in dessen Filmdebüt „Auf Nummer sicher?“ (2007) oder Burhan Qurbanis Kurzfilm „Illusion“ (2010).

Ensemble-Rollen übernahm sie darüber hinaus in außergewöhnlichen Produktionen wie Lene Bergs „Dirty Young Loose“, der 2013 im Rahmen der Biennale di Venezia als offizieller Beitrag im norwegischen Pavillon präsentiert wurde oder Sylvie Michels „Die feinen Unterschiede“ an der Seite von Wolfram Koch.

Auf der Berlinale 2015 feierten gleich zwei Filme ihre Weltpremiere, in denen sie in der titelgebenden Hauptrolle zu sehen war:  WANJA, dem Langfilmdebüt von Regisseurin Carolina Hellsgård und SIBYLLE, dem Abschlussfilm (HFF München) von Michael Krummenacher. Für SIBYLLE, der im März 2016 in den deutschen Kinos startete, wurde sie zuletzt beim Dark Frame Film Festival Santa Fe als „Best Actor in a female role“ ausgezeichnet.

In den Kinos war Anne Ratte-Polle in der Tragikomödie DIE HANNAS (Regie: Julia C. Kaiser) zu sehen, die zuvor auf verschiedenen Festivals Erfolge gefeiert hatte.

Im Herbst/Winter 2017 gab es zwei weitere hochkarätige Projekte von Anne Ratte-Polle: Im September war sie erstmals auf der Bühne des Berliner Ensemble in dem Stück „Nichts von mir“ des norwegischen Dramatikers  Arne Lygre in einer Inszenierung von Mateja Koleżnik zu sehen. Seit November ist sie außerdem auf Netflix in Baran Bo Odars „Dark“, der ersten in Deutschland produzierten Netflix Originals-Serie, in der Rolle der jungen Ines Kahnwald zu erleben.

Seit 2005 lebt Anne Ratte-Polle in Berlin.

 

 

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